Kategorie: ego | uwe driesel

Wenn Depressionen vorführen, wie man einen starken Mann lahm legt

Es passiert zum Glück nicht jeden 2. Tag, eher (bei mir) nach Jahren. Da zeigt der Kopf, was er am Körper alles abstellen kann. Richtig ausschalten. ZB. die Extremitäten mit dem größten Muskel. Die Beine. Du bist auf einen Schlag zu 90% Querschnittsgelähmt und der Rest von deinem Körper wird auch noch mal mit einer Extraportion Blei überzogen. Zusätzlich zu den Bleimantel, den man so wie so jeden Tag trägt. Dein Geist arbeitet in diesem Moment vielleicht noch mit 10 bis 20% seiner Depri-Kraft. Ihr werdet es kaum glauben, doch das erste, was ich nach einem kurzen Selbstcheck tat, war freuen.  Freuen darüber, dass ich wusste woher das alles kam und ich wusste was es ist. Doch warum stellte der Kopf die Beine auf off und den Rest auf Stand by? Vor 2 Tagen musste ich über 200 Stufen hoch, um einen Termin wahr zu nehmen. Vielleicht war Ihm das einfach zu viel.
In diesem maximale Scheiße Zustand geht natürlich garnix mehr.  Auf- und abgestützt an Tischen, Schränken und Türklinken schaffst Du es vielleicht noch ohne kriechen zu müssen ins Bett. Das Bett ist wieder, wie so oft die vorläufige Rettung. Warum will Dein Kopf nur, das Du immer wieder schläfst? Was tobt da in Deinem Körper, das soviel Energie verbraucht?  Die ersten Gehversuche ohne Hilfen nach so einer Atacke sind die blanke Katastrophe. Für einen Außenstehenden bestimmt sehr Lustig anzusehen.
Ich stelle mir einfach meine Wirbelsäule vor und verlängere diese hinterm Kopf austretend Richtung Himmel und den Steiß zur Erde. So, richtig gerade aufgestellt versuche ich auf meinen Bleigummibeinen ein paar Schritte. Immer was zum Abstützen in Reichweite. Doch dann passiert es. Du knickst in den Knien ein und zusammen. Entweder wegen eines falschen Schrittes oder Du hast ganz kurz das Gleichgewicht verloren. Doch wir haben ja unser Abstützmobilar in der Nähe. …auf auf zum Stuhl. Da wo der Rechner steht. …geht gleich weiter an dieser Stelle>>>>